Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion (CMD)
Überbegriff für eine:
Fehlregulation der Kaumuskulatur und / oder der Kiefergelenksfunktion auf 3 unterschiedlichen Ebenen, die sich gegenseitig bedingen:
- 1. Störung der Funktion: Osteopath, Physiotherapeut, Fitnesstrainer…
- 2. Veränderung der Struktur: Zahnarzt, Kieferorthopäde, Schuhmachermeister
- 3. Psychosoziale Problematik: Yoga- / Taiji-Gigong-Lehrer, Physiotherapeut
Eine multifaktorielle Erkrankung muss auch multidisziplinär therapiert werden, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.
Als Osteopath arbeite ich mit einem Zahnarzt (Dr. Heinrich) und einem Kieferorthopäden
(Dr. Schulte) eng zusammen. Beide haben sehr viel Erfahrung auf dem Gebiet der Schienen-Therapie bei CMD.
Sie bekommen in der Regel eine Schiene für den Unterkiefer (osteopathisch sinnvoller, blockiert nicht den Cranio-Sakralen-Rhythmus) welche die Zähne schützt,
das Pressen verhindert und nicht aufgrund des Fremdkörpergefühls noch verstärkt.
Wenn es notwendig ist, bekommen Sie den Abdruck für die Schiene unmittelbar nach der osteopathischen Behandlung, noch liegend, direkt in unserer Praxis.
Mit unseren hausinternen Yoga- / Taiji-Gigong-Lehrern und Physiotherapeuten, steht ihnen ein gut funktionierendes komplettes Netzwerk zur Verfügung.
- Jede Schienentherapie und Kieferkorrektur verläuft besser, wenn osteopathisch mitbehandelt wird
- Alle andere Komponenten werden nach Bedarf mit dazu genommen (z.B. Podoeinlagen
In Deutschland sind ca. 7 Mio. Menschen von CMD betroffen. Das Krankheitsbild und seine Auswirkungen auf die gesamte Körperstatik, wird aber trotzdem sehr häufig nicht erkannt
und noch häufiger inadäquat behandelt, weil selten auf allen 3 Ebenen zeitgleich und koordiniert therapiert wird.
Symptome und Ursachen, die mit CMD unmittelbar in Verbindung stehen:
- Schmerzen in der Kaumuskulatur (extraartikulär = myofasziale Triggerpunkte), im / um das Kiefergelenk (artikulär / periartikulär):
beim Essen (beißen / kauen), schlucken, gähnen, sprechen
frühmorgens durch nächtliches pressen / knirschen
- Geräusche (Knacken, Reiben) direkt vor dem Ohr bei Mundbewegungen durch:
Koordinationsstörung zwischen Knorpelscheibe (Diskus) und Gelenkkopf (Kondylus)
Adhäsionen zwischen Gelenkpfanne (Fossa mandibularis) und Diskus
Verlagerung des Diskus im Kiefergelenk, welcher sich repositioniert
knöcherne Veränderungen (Exostosen) in der Fossa mandibularis, über die der Gelenkkopf (Kondylus) des Unterkiefers springen muss
Hypermobilität des Kondylus mit / ohne subluxieren über die knöcherne Gelenkbegrenzung (Eminentia articularis)
- Mechanische Probleme mit der Mundöffnung- / schließung durch:
Verlagerung des Diskus im Kiefergelenk mit / ohne Repositionierung
abwechselnde Phasen von entzündlichen (Arthritis, Kapsulitis, Synovitis) und degenerativen (Arthrose) Veränderungen des Kiefergelenks und der umgebenden Weichteile
Verknöcherung der Fissura petrotympanica (Befestigungszone für wichtiges Band, das den Diskus führt)
nicht richtig zusammenpassender Biss (Veränderung der Okklusion) durch hervorstehende Zähne / Kronen
kleiner Kondylus, Fossa zu tief
Stellung des Kondylus zu weit hinten, Kondylus zu hoch durch Verlust der Backenzähne (Verlust der posterioren Abstützung)
- so genannte Parafunktionen:
Nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus), kommt auch tagsüber vor (Bruxomanie)
Zähne pressen
Lippenbewegungen / -beißen
Lippen- / Wangensaugen
Nägel- / Bleistift- / Kaugummikauen
Kettenrauchen
nervöse Tics
Definition Parafunktionen:
- Weiter- oder Fehlentwicklung (?) des Kauorgans zur Stressverarbeitung
- physiologische Aktivitäten des Kauorgans, die unter Stress in exzessivem = pathologischen Ausmaß ausgeführt werden.
- Stressbedingte, unwillkürliche Aktivierung von eigentlich „willkürlichen“ Muskeln, aufgrund von Aktivitäten im Emotional Motor System. Dies ist ein Teil des Limbischen Systems, das bei Frauen stärker ausgeprägt ist.
Über den Kieferbereich hinausgehende, mögliche weitere CMD-Symptome:
Der Kauapparat steht über Faszien, Muskeln (myofasciale Ketten) und Nervengewebe mit dem gesamten Körper in Verbindung, so dass auch Symptome
auftreten können, an die man zuerst nicht denkt:
- Gesichts- und Kopfschmerzen beim Aufwachen, Migräne
- Schmerzende, empfindliche Zähne, ohne Befund
- „Ohrenschmerzen“, Tinnitus, Schwindel
- Schlafstörungen, Schnarchen
- Schulter- / Nackenverspannungen
- Blockierungen der Halswirbelsäule und der Kopfgelenke
- Blockierungen der Kreuzbeindarmbeingelenke (ISG) mit Beckenschiefstand und Beinlängendifferenzen, Leistenschmerzen, Knieschmerzen, Achillessehnenprobleme