Osteopathische Behandlung myofaszialer Triggerpunkte in Muskelfunktionsketten
Der Bewegungsapparat ist die wichtigste „Maschine des Lebens“, er spielt bei allen Körperfunktionen eine Hauptrolle:
AtmungKreislaufVerdauungFortbewegungKommunikationNahrungsaufnahmeAusdrucksmittel für Emotionen
Die Muskelfunktionsketten (= myofaszialen Strukturen) sind die Organe; das Nervensystem ist die Schaltzentrale des Bewegungsapparates.
Sein reibungsloses Funktionieren, das heißt der Bewegungsapparat ist frei von Dysfunktionen und Erkrankungen, ist entscheidend für die Gesundheit.
Veränderungen im myofaszialen Gewebe sind die ersten Anzeichen von Fehlfunktionen
Der emotionale Zustand eines Menschen ist von großer Bedeutung bei der Entwicklung von Dysfunktionen und Erkrankungen.
Dabei spielt das limbische System (emotionales Zentrum im Gehirn) eine bedeutende Rolle. Es speichert und bewertet Reize sowie Eindrücke nach vorherigen Erfahrungen (Psycho-Neuro-Immunologie).
Chronisch gereizte Bereiche der Wirbelsäule (= faszilitierte Rückenmarksegmente reagieren auf unterschwellige Reize überproportional stark) sind ganz besonders empfindlich für negative emotionale Stimuli (Wirbelsäulen Chiropraktik als Teil der osteopathischen Behandlung).
Um diesen Zustand therapeutisch beeinflussen zu können, muss das gesamte Dysfunktionsmuster behandelt werden. Nur so kann der Einfluss des pathologischen Musters auf der Ebene des Zentralnervensystems (Rückenmark als „Organisator von Krankheitsprozessen“) gelöscht werden.
Embryologische Gegebenheiten (Metamerisierung des Rückenmarks) führen zu einer segmentalen Zusammengehörigkeit bestimmter Muskeln, Organe, Gefäße, Hautareale, Knochen und Gelenke.
Alle diese Strukturen beeinflussen sich gegenseitig innerhalb eines Rückenmarksegmentes ( = Wirbelsäulenabschnitt, der von einem Spinalnerv versorgt wird) und müssen deshalb auch bei der Behandlung beachtet werden.
Dysfunktionen in Muskelketten aufgrund von myofaszialen Triggerpunkten (druckschmerzhafte Knoten direkt im Muskelgewebe und / oder in der bindegewebigen Faszie, welche den Muskel umgibt), sind die häufigsten und am meisten übersehenen Ursachen für chronische Schmerzen des Bewegungsapparates:
Triggerpunkte (TrP) führen zu einem typischen, übertragenen Schmerzmuster
wird oft völlig losgelöst von seinem Entstehungsort, an anderer Stelle ausgelöst (Trigger = Auslöser)für dessen Ursache regelmäßig Bandscheibenschäden oder Gelenkverschleiß verantwortlich gemacht werden, somit häufig verkannte und meist unbehandelte Ursache von Schmerzen im Bewegungsapparatist reproduzierbar mit seinem Entstehungsort, dem myofaszialen Triggerpunkt (TrP) verbunden
Auf Fingerdruck kann ein TrP mit einer lokalen Zuckungsreaktion antworten
Lokale Schmerzhaftigkeit durch eine knotenartige Gewebeverdichtung, dem TrP im Muskel und / oder seiner zugehörigen Faszie innerhalb eines seilartig verspannten MuskelfaserbündelsDer Muskel hat keine volle Kraft, nur unzureichend Ausdauer und zeichnet sich durch schlechtes Ansprechen auf Trainingsreize ausDie Dehnung des Muskels ist schmerzhaft eingeschränkt
Nach Muskelüberanstrengung bzw. mechanischer Traumatisierung kommt es zu einer Entzündungsreaktion mit:
erhöhter Konzentration von Entzündungsbotenstoffen im Gewebe: Substanz P (SP), Tumor-Nekrose-Faktor α (TNF α), Interleukin-1 β (IL-1 β), IL 6, IL 8, Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP), Bradykinin (BK), Serotonin (SE), Noradrenalin (NA)Sensibilisierung der Nervenfasern im Muskel und in den aufsteigenden Nervenbahnen durch diese Entzündungsbotenstoffe nach einigen Wochennormale Reize wie Bewegung (gehen, drehen, bücken usw.) oder leichter Druck lösen jetzt Schmerz aus!!!erhöhter Durchlässigkeit der Blutgefäße, die zur Entwicklung eines Ödems, mit nachfolgender Minderdurchblutung /-versorgung (Ischämie), bei erhöhtem Stoffwechsel führt.der Energie-/ Sauerstoffmangel führt zur Absenkung des pH-Wertes und damit zur „Übersäuerung“ des Gewebesaus einer myofaszialen Dysfunktion, also einer Funktionsstörung der Muskulatur, wird mit der Zeit eine strukturelle Gewebeveränderung
TrP können durch Organ-, Knochen-, Gelenkerkrankungen (allen Strukturen eines Segmentes) und emotionalen Stress aktiviert und unterhalten werden
Viszerosomatische Reflexe (Organstörung → Dysfunktion im Bewegungsapparat) führen zu Veränderungen der myofaszialen Strukturen, insbesondere der ParavertebralmuskulaturBei diesen, nicht seltenen Sonderfällen, ist der TrP nicht die primäre Ursache, sondern die Folge. Im weiteren Verlauf kann er sich aber verselbständigen und weiter Schmerzen produzieren, obwohl die eigentliche Ursache schon längst behoben ist.TrP in gelenkumgebender Muskulatur nach längst abgeklungener GelenkproblematikTrP in der rechten Schulter- / Nackenmuskulatur durch osteopathische LeberdysfunktionTrP ausgelöst durch emotionalen Stress, kommen besonders häufig in Muskeln vor, die von emotionalen Zentren des Limbischen Systems (Emotional Motor System) mit angesteuert werden.Kiefermuskulatur (Cranio Mandibuläre Dysfunktion)Schulter-/ Nackenmuskulatur
Mit Hilfe von Röntgenbildern, Kernspintomographien oder Ultraschall sind TrP leider nicht auffindbar.
Das Auffinden von TrP erfolgt durch Funktionsuntersuchungen mit den Händen auf Kraft und Verkürzung, sowie ertasten der TrP in den unterschiedlichen Gewebeschichten
Aktive Triggerpunkte sind am wahrscheinlichsten aufzufinden in der Haltemuskulatur des:
Schulter-Nackengürtels
Beckenbereiches
Kauapparates
Damit sind TrP bei folgenden Erkrankungen oft ursächlich für die Unterhaltung chronischer therapieresistenter Schmerzen:
Schulter-Nacken-Verspannungen mit Blockierungen der Halswirbelsäule.
Aufsteigende Probleme wie Spannungskopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, SchwindelAbsteigende Probleme wie Schultersteife, Tennis- / Golferellenbogen, Karpaltunnelsyndrom
Lokale Schmerzen im Bereich der gesamten Wirbelsäule und an den kräftigen Muskel- und Bandansätzen am Becken
Cranio-Mandibuläre-Dysfunktionen (CMD) aufgrund von TrP in der Kiefermuskulatur
Aufsteigende Probleme wie Spannungskopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, Schwindel