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Mikroimmuntherapie:

Die Domäne der MIT sind Störungen im Immunsystem durch unerkannte anhaltende Aktivität des Epstein-Barr-Virus (EBV).

In der klinischen Praxis stellt sich tagtäglich immer wieder dieselbe Frage: „Was war der Auslöser für diese Erkrankung?“ Von der Ursache der Erkrankung, wird an dieser Stelle ganz bewusst nicht gesprochen, weil wir diese oft nicht kennen oder nur bedingt beeinflussen können.

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) oder Humanes Herpes Virus 4 (HHV 4) ist bekannt als Auslöser / Ursache des Pfeifferschen Drüsenfiebers = infektiöse Mononukleose = Kissing disease. Die Durchseuchungsrate bei Erwachsenen liegt bei 95%.

Da das Virus lebenslang in ruhenden B-Gedächtniszellen des Wirtes persistiert, die damit ein Virusreservoir darstellen, sind Reaktivierungen möglich. Es besteht durch bestimmte HLA-Typen eine genetische Prädisposition für die infektiöse Mononukleose oder die Reaktivierung des EBV. Der ganz große Teil der Primärinfektionen verläuft aber vollständig unauffällig.

Es ist sogar möglich, wenn auch sehr selten, dass man 2 x eine Primärinfektion durchmacht, weil es 2 Subtypen von Viren gibt: EBV 1 / 2.

Für die Kontrolle des EBV ist wie bei anderen Herpesviren (HSV 1/2, VZV, CMV usw.) vor allem die TH 1- Komponente des Immunsystems mit ihren zytotoxischen T- / NK-Zellen entscheidend. Die Gefährlichkeit von EBV wird klar, wenn man sich bewusst macht, dass das Virus körpereigene Botenstoffe IL 10 und TGF β aus dem Immunsystem fast identisch produzieren kann und damit die antivirale TH 1-Immunantwort behindert.

Es ist sinnvoll nach EBV mit differenzierten Methoden zu suchen, weil der serologische Ak-Nachweis oft keine Beurteilung zulässt.




Wirkungsmechanismen der Mikroimmuntherapie:

Die Mikroimmuntherapie ist ein praxisorientierter Therapieansatz. Es wird versucht, mit Hilfe von hoch verdünnten Botenstoffen aus dem Immunsystem (Zytokine, spezifische Nukleinsäuren, etc.) gezielt Informationen an das Immunsystem zu übermitteln, um dessen natürliche Reaktionsabläufe wieder herzustellen.

Dadurch kann ein gestörtes Immunsystem wieder in die Lage versetzt werden, natürlich und effizient auf eine Immunstörung zu reagieren. Die hoch verdünnten Zytokine, die dem Patienten sublingual verabreicht werden, haben drei Effekte:


Zwei besondere Merkmale der Mikroimmuntherapie sind die sublinguale und die sequentielle Verabreichung der homöopathisch potenzierten immunkompetenten Substanzen.

Dadurch werden die Wirkstoffe einerseits direkt vom Immunsystem resorbiert und andererseits werden durch die zeitlich abgestufte Einnahme der Wirkstoffsequenzen die natürlichen, kaskadenartigen Reaktionsabläufe des Immunsystems (Zytokinkaskade) nachgeahmt.

Bei einer Vielzahl von Erkrankungen ist eine direkte Verschreibung der entsprechenden Komplexmittel der Mikroimmuntherapie möglich.


Der Immunstatus des Patienten wird bestimmt, um eventuell existierende Entzündungen, Infektionen oder virale Reaktivierungen festzustellen.

Mithilfe dieser Laboruntersuchungen ist nicht nur eine genaue Ausrichtung der Behandlung, sondern auch eine exakte Verlaufskontrolle des Behandlungserfolges möglich.

Die 7 Wirkungsprinzipien der Mikroimmuntherapie

1. Die verschiedenen Typen der Zytokine und Wachstumsfaktoren:

Bei den Zytokinen handelt es sich um hoch spezialisierte Proteine, die als Botenstoffe für die Kommunikation innerhalb des Immunsystems (Lymphozyten, Makrophagen und andere Zellen) verantwortlich sind und eine Antwort des Immunsystems auslösen.

Die wichtigsten derzeit bekannten Zytokine sind die Interleukine (unterteilt in IL-1 bis IL-27), die Interferone (IFN α, IFN β, IFN ﻻ), die Tumornekrosefaktoren (TNF α) und dann gibt es noch die Wachstumsfaktoren (EGF, GM-CSF und TGF β). Sie bilden die Grundlage der in der Mikroimmuntherapie eingesetzten Formeln.

Es werden ständig neue Zytokine mit immer neuen Eigenschaften entdeckt und in wissenschaftlichen Veröffentlichungen vorgestellt. Die Mikroimmuntherapie wird, wenn es sinnvoll erscheint, entsprechend angepasst oder durch Individualrezepturen ergänzt. Dadurch ist sie in technologischer Hinsicht stets auf dem neuesten Stand.

2. Einsatz von Substanzen in Mikrodosen:

Die Mikroimmuntherapie verwendet hoch verdünnte Substanzen, die im Einklang mit den physiologischen Reaktionsabläufen des Immunsystems stehen. Durch die Verwendung von Mikrodosen passt sich die Mikroimmuntherapie den physiologischen Gegebenheiten im menschlichen Körper an. Ein weiterer Vorteil ist, dass eine hoch verdünnte und potenzierte Substanz Informationen auf klinisch nachvollziehbare Weise überträgt.

Für diese hoch verdünnten Wirkstoffe sind bisher keine Nebenwirkungen bekannt, wenn sie fachgerecht von ausgebildeten Therapeuten eingesetzt werden.

3. Die unterschiedlichen Verdünnungen der Zytokine:

Um das volle Potential des Immunsystems auszunutzen, verfügt die Mikroimmuntherapie über ein weiteres Instrument: Die unterschiedlichen Verdünnungen der verabreichten Zytokine, stellen eine ganz gezielte Feinabstimmung der Beeinflussung des Immunsystems dar.

Das erfolgt auf der Selben Grundlage, wie auch in der klassischen Pharmakologie, nach dem Modell von Arndt-Schultz.


 

4. Ausrichtung auf verschiedene Ziele:

Im Gegensatz zu dem in der klassischen Immunologie gewöhnlich verwendeten Konzept das etwas „bekämpft“ wird, entfaltet die Mikroimmuntherapie ihre Wirkung auf verschiedenen Ebenen, wie z. B.:


Die Mikroimmuntherapie ist somit ein therapeutischer Ansatz, der sowohl gegen die Symptome als auch gegen die Ursachen gerichtet ist. Die Mikroimmuntherapie eignet sich demnach sowohl zur Vorbeugung als auch zur symptomatischen und ursächlichen Behandlung.

5. Abgestufte (sequentielle) Informationsübermittlung an das Immunsystem:

Die Immunantwort läuft in zeitlich abgestufter Form ab. Nach Erkennung eines Antigens analysiert das Immunsystem die Art der Immunstörung und mobilisiert eine bestimmte Zahl von immunkompetenten Zellen im Rahmen der so genannten angeborenen Immunantwort.

Wenn der Angriff dadurch nicht abgewehrt werden kann, werden weitere Zellen aus dem erworbenen Immunsystem rekrutiert, und eine verfeinerte Strategie wird eingesetzt. Von der Präsentation eines Antigens bis zur Beseitigung des Fremdkörpers kommt es zu einer Abfolge von Immunreaktionen durch einen intensiven Informationsaustausch mit Hilfe einer Zytokinkaskade, die man auch als sequentielle Informationsübermittlung bezeichnen kann.

Diese Zytokinkaskade wurde in den Rezepturen der Mikroimmuntherapie berücksichtigt. Der durch die wiederholte Verabreichung der Wirkstoffe vorgegebene Rhythmus ermöglicht dem Immunsystem die Wiederaufnahme seiner natürlichen, kaskadenartig verlaufenden Reaktionsabläufe.

Wie in der Schule wird die Informationsaufnahme durch ständiges Wiederholen und eine abgestufte Informationsabfolge gefördert.

6. Spezifische Nukleinsäuren (genetische Information) in hoher Verdünnung

Neben den Zytokinen als Botenstoffen des Immunsystems enthalten die Rezepturen der Mikroimmuntherapie eine weitere in hoher Verdünnung eingesetzte Wirkstoffgruppe: die spezifischen Nukleinsäuren (SNA).

SNA sind aus DNA oder RNA abgeleitete synthetische Oligonukleotide. Dabei handelt es sich um Informationen aus einem winzigen Teil eines einzigen Gens (Information aus einem Teil des Erbgutes).

SNA können je nach der verwendeten Verdünnung die Ausbreitung eines körpereigenen oder körperfremden Aggressors hemmen und zusätzlich durch Beeinflussung eines menschlichen Gens einen Zustand der immunologischen Hyperreaktivität oder der Immunschwäche korrigieren.

Ihre Funktion ist jeweils spezifisch auf die Physiologie der beteiligten Immunzellen abgestimmt bzw. spezifisch für die jeweilige vermutete Ursache der Erkrankung.

7. Aufnahme der Zytokine durch das Lymphsystem

Das Lymphsystem ist aus physiologischer Sicht die Schaltzentrale der Immunantwort und gleichzeitig Treffpunkt und Mobilisierungsort der an der Immunreaktion beteiligten Lymphozyten.

Die sublinguale Verabreichung (Kügelchen werden unter die Zunge gelegt) der Präparate aus der Mikroimmuntherapie, entspricht am ehesten dem natürlichen Vorgang der Aufnahme einer Information durch die immunkompetenten Zellen des Organismus.

Die in einer mikroimmuntherapeutischen Kapseldosis (ca. 200 Globuli) enthaltenen Informationen breiten sich so über eine große Kontaktfläche aus und gelangen über den sublingualen Weg unmittelbar in das Zentrum der Lymphozytenzirkulation.

Die 2 wichtigsten Laboruntersuchungen in der Mikroimmuntherapie


a) Die Lymphozytentypisierung

Die Lymphozytentypisierung dient der Bestimmung des Immunstatus des Patienten. Dabei kann zunächst anhand der Gesamtanzahl der Lymphozytenpopulationen festgestellt werden, ob eine allgemeine immunitäre Hypoaktivität (zu wenig Lymphozyten) vorliegt. Falls keine Lymphopenie oder Lymphozytose vorliegt, kann man durch Untersuchung der vier Hauptsäulen des Immunsystems den Zustand der spezifischen immunitären Hypo- / Hyperaktivität feststellen. Bei den vier untersuchten Hauptsäulen des Immunsystems handelt es sich um folgende:


Wenn mindestens eine der vier Säulen unterhalb des Referenzbereichs liegt, dann befindet sich das Immunsystem im Zustand der spezifischen immunitären Hypoaktivität.

Wenn keine (spezifische) immunitäre Hypoaktivität vorliegt und wenn mindestens eine der vier Säulen über dem Referenzwert liegt, dann befindet sich das Immunsystem im Zustand der spezifischen immunitären Hyperaktivität.


Die Lymphozytentypisierung ist eine gute Arbeitsgrundlage für den Mikroimmuntherapeuten. Man muss aber berücksichtigen, dass es sich hierbei um eine „quantitativeLaboruntersuchung handelt.

Sie hat wenig / keine Aussagekraft über die „Qualität“ der gemessenen Zellen. In vielen Fällen ist es notwendig weitergehende Untersuchungen der Funktion der Immunzellen oder genetische Analysen vorzunehmen.

b) Ak-Titer von verdächtigen Erregern im Serum gemessen

Mithilfe der Ak-Titer kann einerseits das Vorhandensein einer viralen Reaktivierung nachgewiesen werden. Andererseits kann das für eine bestimmte chronische infektiöse Pathologie verantwortliche Pathogen identifiziert werden. Eine virale Reaktivierung liegt dann vor, wenn sich ein Virus der Kontrolle durch das Immunsystem entzieht. Die Betrachtung konzentriert sich deshalb auf die virale Reaktivierung, weil sie einerseits ein Ausdruck für das Scheitern der Immunreaktion ist und da sie andererseits der Auslöser für eine Blockade des Immunsystems sein kann.

Zu einer viralen Reaktivierung kann es kommen, weil das Virus sein Genom in der menschlichen DNS eingelagert hat (z.B. bei HIV, EBV) oder sich in Form eines Episoms in den Zellen des Wirtes verbirgt (z.B. Herpesviren). Man sollte bei bestimmten Erkrankungen immer eine mögliche Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus (EBV) untersuchen (Siehe Studie von Dr. Gilbert Glady: Wirkung der Mikroimmuntherapie bei chronischen EBV-Patienten als Download auf der Website www.degemit.org erhältlich).

Bei den Serologien werden die Titer der verschiedenen Antikörper durch das Verfahren der indirekten Immunfluoreszenz gemessen. Eine virale Reaktivierung liegt dann vor, wenn der gemessene Wert den Referenzwert des Labors um mehr als das Fünffache übersteigt.

Schlussfolgerung

Das Ziel der Mikroimmuntherapie ist es, den Organismus unter Einsatz der wichtigsten an der Immunreaktion beteiligten Akteure, auf schonende Weise zu einer natürlichen und wirksamen Immunantwort zurückzuführen. Die Mikroimmuntherapie entfaltet dabei eine allgemeine und zugleich gezielte, nicht toxische Wirkung, die dem Immunsystem wieder zur Entfaltung seines vollen Potentials verhelfen kann.

Ihre Wirksamkeit beruht auf dem Zusammenspiel der oben beschriebenen 7 Wirkungsprinzipien. Durch die Mikroimmuntherapie wird das Immunsystem weder ersetzt, noch in eine bestimmte Richtung gezwungen oder in seiner Funktion blockiert, sondern es wird lediglich auf schonende und subtile Weise informiert.

Die Mikroimmuntherapie schlägt eine Brücke zwischen komplementären und konventionellen therapeutischen Verfahren und eröffnet neue therapeutische Perspektiven, indem sie die Vorzüge beider Bereiche auf ideale Weise miteinander verknüpft.


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